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 Quan Dao Newsletter 10/2006
 ÜBERBLICK
  » EIN WORKSHOP ÜBER DIE KUNST, EINEN STRICH ZU ZIEHEN
» REZENSION: EMBODIMENT
» EINFÜHRUNGSKURS IN DAS QUAN DAO KUNG FU
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 EIN WORKSHOP ÜBER DIE KUNST, EINEN STRICH ZU ZIEHEN
  Bericht über den Kalligraphie-Workshop mit Sensei Tetsuo Terasaki
von Harald von Aschoff, I. Dan Quan Dao

Tetsuo Terasaki leitet anPunkt Punkt Komma Strich, fertig ist das Mondgesicht. Horizontaler Strich, horizontaler Strich und ein vertikaler Strich mittendurch, fertig ist Erde. Doch bis wir im Kalligraphie-Workshop in Berlin soweit waren, mussten wir zwölf Teilnehmer erstmal den horizontalen Strich und den vertikalen Strich neu lernen. Man mag es nicht glauben, aber alleine für den horizontalen Strich (das Zeichen für Eins) haben wir sehr lange gebraucht.

Yi - chin. einsDenn ganz neu für uns Westeuropäer waren die Pinselhaltung und die Pinselführung, die sich stark unterscheiden von dem Malen, wie wir es kennen. Kalligraphie ist schließlich auch kein Malen, sondern Schreiben; Schönschreiben könnte man sagen. Deshalb darf das Hangelenk nicht abgeknickt werden, der Pinsel wird nicht in irgendwelche Richtungen geschwungen und mit gleich bleibendem Druck geführt. Bis dahin kommt man gut mit; schwer wird die Art, wie man den Pinsel aufsetzt und wieder abhebt. Und so übten wir fleißig die erste Stunde nur den horizontalen Strich, die Eins. Und danach den vertikalen Strich, in Verbindung mit zwei horizontalen die Erde. Meister Tetsuo Terasaki zeigte sich dabei als geduldiger Lehrer, der immer wieder Tipps gab und verbesserte, wo es nötig war.

Der AutorDas Leben spiegelt sich in der Kunst der Kalligraphie wider, so heißt es. Das kann ich nach diesem Workshop bestätigen, am Anfang fühlte ich mich wirklich wie ein unbeholfenes kleines Kind, das die Grundlagen erst noch lernen muss. Doch recht schnell hatte man seinen eigenen Bogen raus und konnte sich an schwierigere Zeichen wagen. Sehr motivierend ist es, dass alles, was man "malt", einen Sinn hat, also ein Schriftzeichen mit Bedeutung ist. Und auch ganz wie ein übermütiger Schüler möchte man sich irgendwann nicht mehr mit den einfachen Dingen begnügen, sondern geht lieber gleich über zu den schweren (aber auch schönen) Zeichen wie Chi (japanisch Ki) oder Dao (jap. Do). Und ganz wie ein übermütiger Schüler ärgert man sich dann, wenn ein Strich nicht so geworden ist, wie man es wollte. Doch nach einiger Zeit wird man erwachsen und erkennt, dass auch die Fehler ihren eigenen Platz in der Kalligraphie haben.

Ergebnis des WorkshopsKalligraphie ist die Spur einer Bewegung, die der Pinsel beschrieben hat. Genau wie beim Laufen einer Form kann man nichts zurücknehmen oder nachträglich verändern, sondern man muss es so nehmen, wie man es geschaffen hat. Diese Reife des Alters war eine der Quintessenzen des Seminars, das mit einer Kalligraphie auf einem über einen Meter großen Papier und nach acht Stunden (statt geplanten sechs) endete. Ein schöner Einblick in die Kunst, das Leben auf Papier nachzuzeichnen. Neuauflage gewünscht.



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 REZENSION: EMBODIMENT
M. Storch, B. Cantieni, G. Hüther und W.Tschacher
 von Klaus Wiedemann, IV. Dan Quan Dao

Embodiment - Klick für mehr Infos bei AmazonDen Geist verkörpern und den Körper begeistern...
Ganz in diesem Sinne ist vor einigen Wochen ein herausragendes Buch erschienen. Die vier Autoren, Fachpersonen aus verschiedenen Disziplinen verstehen ihr Werk als transdisziplinäres Projekt, um ihr Wissen zu vereinen. Dabei geht es um die Kognitionswissenschaften, die Psychologie, die Neurobiologie und die Körperarbeit. Ausgangspunkt ist die Frage, warum die Forschungen zur künstlichen Intelligenz, die an sie gestellten Erwartungen nicht erfüllen konnten.

Der Leser wird im folgendem auf eine abenteuerliche, dabei gut verständliche Reise durch die Welt des Geistes, seiner psychologischen und neurobiologischen Gegebenheiten geführt. Auf der Basis vieler Fakten und Forschungsergebnissen wird (wieder einmal) deutlich, wie sehr wir von unserer Struktur her Körper-Geist-Wesen und daher gut beraten sind, uns auf die Intelligenz unseres Körpers zu verlassen.

Für uns als Kampfkünstler ist es meiner Ansicht nach sehr wichtig, genau darauf zu achten, mit welchen Bewegungsmodulen, Gesten und Haltungspositionen wir Trainingsprozesse anleiten, strukturieren und gestalten. Viele der Formen mit denen wir arbeiten sind ja sehr alten Ursprungs und - wie wir wissen - äußerst kraftvoll in ihren Auswirkungen. Ich schätze das Buch daher als große Bereicherung für jeden ein, der im Alltag mit `Bewegungen mit Inhalt` arbeitet und noch besser verstehen möchte, aus welchem Stoff die `Geister` sind, die dabei angerufen werden.

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 EINFÜHRUNGSKURS IN DAS QUAN DAO KUNG FU
 Barbara Kotte und Harald von Aschoff

25.10.-22.11.2006 (5 Termine)
Mittwochs 20.15-21.45 Uhr
im Quan Dao Zentrum Berlin
U1, U8, Bus 140
Kosten: 35 Euro

Ist Kung Fu das Richtige für mich? Was unterscheidet Quan Dao von Shaolin, Wing Tsun und anderen Stilen? Warum sollte ich mich gerade für den Weg zur Quelle entscheiden? Mit unserem Einführungskurs möchten wir zukünftigen Kampfkünstlern die Gelegenheit geben, unser System, unser Training und unser Dojo kennen zu lernen. Ist das Training zu sanft, zu hart oder genau richtig? Wie sind die Leute eigentlich so drauf?

Solche und ähnliche Fragen klärt man am Besten, indem man es einfach ausprobiert. In dem Kurs wollen wir Basistechniken und -übungen des Quan Dao vermitteln, Traditionen und Rituale klären und einen Einstieg in das Formtraining geben, indem wir eine Kurzform laufen lernen. Anschließend werden Sie leichter in die laufenden Gruppen einsteigen können.

Ein Wort zu uns: Barbara (I. Dan) beschreitet seit 2000 ihren Weg zur Quelle und unterrichtet seit 2002 in verschiedenen Gruppen. Harald (I. Dan) übt sich seit 1991 in Quan Dao und leitet seit Januar 2006 die Jugendlichengruppe im Quan Dao Zentrum Berlin.

Anmeldung bei Harald von Aschoff: harald@quandao.de ; T: 0162 43 13 513; bitte bringen Sie bequeme Sportkleidung mit. Am besten mit langen Ärmel bzw. Hosenbeinen. Schuhe sind nicht nötig, denn wir trainieren barfuss.

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