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 Quan Dao Newsletter 06/2007
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 LIVE REPORTAGE DER QUAN DAO SCHWARZGURTPRÜFUNG
 

Quan Dao Schwarzgurt-Gürtelprüfung Samstag 12.05.2007 in Oberurff
Live-Reportage des 7-stündigen Ereignisses
Aufgezeichnet von Ellen Klausch (Zuschauerin aus Berlin)

12:30 h - zunächst kommen die Berliner an, allmählich trudeln dann auch alle anderen in Oberurff ein. Sonnenschein! Aufgeregte, gute Stimmung. Lachen, Umarmungen, Wiedersehensfreude, Verbundenheit. Die Halle wird geöffnet und inspiziert: Der Boden wird mit Blick auf die bevorstehenden Rollen als weicher eingestuft als der harte Holzfußboden im Dojo in Berlin, an den vielen farbigen Linien kann man sich gut ausrichten. Soundcheck für die Klangschale, der Sonneneinfallswinkel wird berechnet - wo sollen die Prüfer sitzen, damit sie auch gut beobachten können? Aufbau. Erste Blitzlichter zucken. Der große Sommercamp-Tiger wird entrollt - roaarrrr! Salbei wird entzündet, entfaltet seinen belebenden Duft - herbei ihr guten Geister! Die Luft ist rein! Das Catering trifft ein - sollte man schon mal eine Flasche Schampus öffnen? Die Spannung steigt, Zuschauer platzieren sich. Die Braungurte beginnen mit dem Aufwärmen: Grätschen, Tippeln, Stretchen, ein paar Faustschläge in die Luft, kleinere Fachdiskussionen und Schwätzchen zwischendurch, machen die Knie auch mit? Henry legt die acht schwarzen, noch ordentlich verschnürten Gürtel auf einen kleinen "Altar" - das achtfache Objekt der Begierde. Die Prüflinge postieren die Devotionalien für ihre Krafttiere, die sie die Prüfung über begleiten sollen: Das Foto einer Schlange, ein kleiner Tonigel vor einem Bärenbildnis, Speckmäuse für die Eule, Sand vom Ameisenlöwen. KLÖÖÖÖÖNG - Stille... - jetzt geht es los! Meister Michael spricht feierlich ein paar Begrüßungsworte, stimmt auf das Kommende ein. Jörg, Julius, Merlin, Sebastian, Lutz, Jan, Adrian und Jeanette stellen sich vor. Michael erläutert: Schwarz steht für Erde, Weg des Kriegers, man "kriegt" etwas, bewegt seinen Körper entsprechend, die Erfahrung daraus ist der Weg..., der Schwarzgurt ist ein Anfang, eine Tür, keiner ist danach fertig, sondern auf dem Weg. Kriegeraufgabe: Mich zu bewegen. Meisteraufgabe: Bewegt zu sein. Michael stellt nun die Aufgaben. Mit den Grundübungen der Kraft beginnt es. Wie unterschiedlich dabei jeder der Bewegung seine Prägung gibt, bei jedem ein winzig anderer Charakter und doch alle wie aus einem Holz. Dialogarbeit mit Partner - Sanfter Tanz wechselt in dynamisches Einander-Rühren, Eleganz und Kraft, Füße gleiten über den Hallenboden, Sprünge folgen Ausfallschritten, gekreuztes In-die-Knie-Gehen, immer im Respekt vor dem anderen. Verwirrrung beim Bilden einer Vierer-Formation..., Schmunzeln. Michael - ein Fels in der Brandung. Rechte und linke Kreise - kraftvolle Tritte und Bewegungen folgen. Nun mit Langstock. Der ausgestoßene Atem zerschneidet die gespannte Stille. Auf den Stirnen beginnt Schweiß zu glänzen, feuchte Locken ringeln sich, das Keuchen nimmt zu, die Anstrengung ist sichtbar, immer mehr gleichen die KandidatInnen den KriegerInnen, als die sie gefordert werden. Der Gesichtsausdruck verändert sich völlig, wird gespannter Teil des Ganzen. Ein Kurzstock fliegt weg - der weißbejackte Jan fliegt rollend hinterher und springt filmreif mit einem "yaah!" zurück in seine Position. Lachende Lust blitzt auf. Leise, ruhige Anweisungen, gefolgt von beunruhigten Nachfragen: Rechte oder linke Hand? So `rum oder anders ´rum? Wo ist vorne? Die erste Jacke wird am Rücken dunkelblau - vom Schweiß durchtränkt. Dem Kurzstock-Dialog folgen Übungsreihen in Formation: die sechsten Zwölf. Wild und kraftvoll, immer kriegerischer wirken die Gesichter. Abwechselnd muss eine/r die Führung übernehmen. Auf Sebastians Frage zu den Kicks: "Im Stehen oder Laufen?" kommt Michaels Antwort: "Im Sitzen." Die Erheiterung ob des Ungewöhnlichen lockert die Stimmung und schafft innere Gelöstheit. Weiter strengt sich jede/r enorm an - es geht um etwas, das Ziel hat Kraft. Fix-Sparring - Team und Zusammenspiel kommen zum Tragen. Auf Aufforderung gibt´s schließlich auch Töne - Angriffsschreie, hooh, tschu, ziss, huss, huaah! Kreisangriff - alle auf einen - hepp, zepp, huaah! In der Pause Energie schöpfen, Wasser mit Pülverchen, ein kleiner Bissen, aber mehr Durst stillen. Plaudern, Quiche und Saft, auch für die Gäste, und dann weiter. Tiger, Schlange, Drachen, Bär, Kranich, Affe, Flussadler - die Tierwelt gibt sich die Klinke in die Hand, synchrone Ensemble-Formation. Jans Affenhelm, respektive Kopftuch, wird beim Laufen der Affenform "weggesprengt" - kleine symbolische Einlage mit Bezug zur Legende um den indischen Affengott, erläutert Michael. Die Affen vergessen das schelmische Lächeln nicht, die Schlangen zischen giftig, die Tiger zeigen Kraft-Strotz, die Bären sind erstaunlich behände. Beim zweiten Durchgang zeigen die Affen verschlagene Gerissenheit, sie wollen nicht spielen, sondern das Feld klar machen. Dann zu viert die Langform der Schlange, Jörg, Jan, Sebastian und Julius - wir bekommen Krieger und Tänzer zu sehen. Danach Adrian, Lutz, Jeanette und Merlin. Wilde Blicke schießen ins Publikum - da möchte man nicht Kaninchen sein! Es folgen weitere Langformen. Die KandidatInnen bestechen durch Ausdruckskraft und mit Schlagvermögen gepaarte Eleganz. Manche Gesichtsfarbe wechselt von Hellrosa über Knallrot zu fahler, leicht wächserner Blässe, die Erschöpfung ist sichtbar. Die Prüfung geht in die vierte Stunde. Auch beim Publikum macht sich Ermattung breit, Sitzpositionen werden gewechselt, Pobacken gerieben. Gehörgänge können Aufforderungen nicht mehr sicher durchlassen, kleine Missverständnisse. In den Köpfen der KämpferInnen muss wohl das Blut in Springflutqualität rauschen und dämpft die Außenwahrnehmung. Die Konzentration lässt nach - ein Königreich für ein Dextroenergen! Führen und Geführt-Werden, eine Gruppe aus allen schmieden..., das sind keine leichten Aufgaben. Nun kommen die Einzelpräsentationen. Merlin gibt den Tiger - pfeilhafte Dynamik - und zückt danach auch Pfeil und Bogen als seine gewählte Waffe. Es folgen Jörg mit seiner Hellebarde, Adrian mit dem Schwert, Jan mit einem Säbel - tschu!, Julius sammelt sich noch einen Moment und zückt dann ebenfalls ein Schwert - haah! Die Choreographien der Kämpfer sind beeindruckend. Jeanette folgt - die einzige Lady im Bunde - mit einem roten Fächer! Kräftige Watschen lassen sich damit austeilen, wie man sieht. Interessante Geräusche beim Auseinanderfächern, interessante Angriffsgesten, der Gegner wird sich wundern! Sebastian hat ein Nunchako dabei. Huaaah - jeder Schmiss sitzt, kein Wackeln und kein Zaudern. Lutz greift zu ungewöhnlicher Waffe: eine Leiter. Allgemeines Kichern. Die Leiter entstammt der akrobatischen Zirkusarbeit mit Kindern, hoch schwingt er sie im Kreis über dem Kopf - mit Elan den Platz der Halle für den riesigen Radius nutzend. Flussübung zu zweit, da kann man schon mal die Lider senken und ein wenig regenerieren... - " seid ihr Kaffee trinken gegangen, oder was?", werden die Prüfer von Prüflingsseite keck gefragt, als es sich zieht - die Stimmung ist gelöster nach Absolvieren der Einzelpräsentationen. Jetzt stehen noch das Sparring und der Bruchtest als Highlights aus. Inzwischen ist es in die fünfte Stunde gegangen, wow, was für eine Kondition die acht haben... . Sparring. Jeanette und Sebastian lächeln sich viel an - wo bleibt der Fächer? Sebastian und Julius, blond und braun auf Augenhöhe. Jörg dazu, mit Julius gegen Sebastian - Stress pur, Ausbüchsen von der Matte wird angezählt! Sebastian hechtet geschickt per Rolle aus dem Schlamassel. Julius und Jörg - es hagelt Tritte! Lutz und Adrian - Adrians blutende Nase zwingt schnell zur Pause. Jan und Merlin - kleine Tsunamiwellen, Klammern, Kloppen, Fallen, Brille adé! Drohgebärden, Schreiten, Tänzeln, Trampeln - hier ist `was los! Lutz und Merlin gegen Jan - Schwitzkasten! Lutz und Adrian Teil 2, jetzt glimpfllicher. Adrian, Merlin und Jörg gegen Lutz - ein Draufstürzgemetzel! Jeanette und Merlin - gerne werden Füße, Handgelenke oder Jackenteile gehalten. Nun Jan gegen fünf Gegner. Jan tanzt den Derwisch - aber wie! Auch wenn ihn die anderen nach knapp 20 Sekunden überwältigen: Wacker gehalten! Vor dem Bruchtest die Atemmeditation. In Megazeitlupe verdichten die Prüflinge ihre Qi-Energie. Konzentration, "Focusing", Kräfte sammeln... . Bruchtest. Adrian beginnt - jaaah! Neun der zehn Ziegel sind durch, oder gar alle zehn? Jörg - jaaah! Lutz - hooh! Merlin - doh! Jan - doh! Sebastian - hooh! Julius - jaah! Für Jeanette muss noch schnell eine Extra-Runde aufgebaut werden, da nicht genügend Hölzchen für acht Ziegelstapel vorhanden waren - ieeh! Einige KriegerInnen schauen ein bisschen enttäuscht drein - sechs, sieben oder mehr Ziegel sind heile geblieben. Diese wettergegerbten, überstabilen Dachziegel mit Mörtelresten haben es aber auch schwer in sich. Aber es soll ja vor allem eine geistige Übung sein... Nach einer längeren Pause schickt Michael wie ein Indianer einen Siegesschrei in die Halle und ruft so zur Schwarzgurtverleihung. Wie sich die KriegerInnen bewegt und wie sie bewegt hätten, darüber gibt´s nun noch ein Feedback. Wie gut sie aussehen, die schönen, neuen, schwarzen Gürtel um acht KriegerInnenhüften - HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!




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 ERFRISCHENDER GEIST
 

Einführungskurs mit Harald von Aschoff und Barbara Kotte

Zum zweiten Mal haben wir im April und Mai den Einführungskurs für Anfänger in Berlin angeboten. Diesmal waren es sieben Teilnehmer, die in fünf Trainingseinheiten mit einigen wichtigen Grundlagen des Quan Dao vertraut gemacht wurden. Besonderes Augenmerk legten wir auf alles, was in den laufenden Gruppen, in denen die Anfänger mit den Fortgeschrittenen zusammen trainieren, in der Vermittlung zu kurz kommt. Dazu gehören für uns vor allem die Stände und die Haltung. Unser Ziel ist es, dass alle, die den Einführungskurs absolviert haben, gut vorbereitet in eine Gruppe einsteigen können. Und so beschäftigten wir uns mit verschiedenen Schlägen, verschiedenen Kicks, Schlag-Kick-Kombinationen, Blocks und dem Gehen und Schlagen im Reiterstand. Damit zusammenhängend waren natürlich Atmung und Energiearbeit Thema. Bemerkenswert ist, dass theoretisches Hintergrundwissen für viele von großer Bedeutung ist. Was versteht man eigentlich unter den drei Zentren? Was bedeutet Quan Dao und wo kommt es her? Was wir auch bei diesem Kurs wieder festgestellt haben, ist, dass die Arbeit mit den Tierformen für Anfänger von großer Bedeutung ist. Und als beim letzten Training jeder die Gruppe durch den kleinen Tiger führte, haben wir wieder gemerkt, was so begeisternd an der Arbeit mit Anfängern ist: Erste Erfolge sind unmittelbar erkennbar. Für Schüler und Lehrer. Der nächste Einführungskurs in Berlin wird im Herbst stattfinden. Interessenten können sich schon jetzt melden: harald@quandao.de


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