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 Quan Dao Newsletter 10/2007
 ÜBERBLICK
 

» "UND, WIE WARS ???"
» REZENSION "HANDBUCH FÜR DEN GEWITZTEN STADTKRIEGER"
» EINFÜHRUNGSKURS IN BERLIN FÄLLT AUS



 "UND, WIE WARS ???"
 

Mikes und Raphaels Schwarzgurtprüfung vom 22.09.07 im Mandala Kassel

Und dann stehst Du da, und weißt gar nicht so recht was Du sagen sollst. Wie war es? Erwartet wird wahrscheinlich ein "gut" oder "toll" oder "sau schwer". Doch bei jedem Versuch dieses Ereignis zu beschreiben merke ich, dass ich es nicht so recht zu fassen bekomme. Genau so geht es mir auch jetzt, wo ich diesen Artikel schreiben will. Am ehesten passt wohl "Es war anders". Anders als Mike und ich uns vorgestellt hatten, anders als die Zuschauer erwartet hatten und vermutlich auch anders als die Prüfer erwarteten (wenn sie eine Erwartung hatten). In der Zeit als ich mich gedanklich auf die Prüfung vorbereiten wollte, habe ich versucht einige Schwarzgurtträger zu ihrer Prüfung zu befragen. Die Antworten, wenn welche kamen, waren schleierhaft und oft von einem Grinsen begleitet. Was ich damals als nette Gemeinheit abgetan habe, verstehe ich jetzt anders. Eine detaillierte Antwort hätte in mir noch mehr irreführende Bilder entstehen lassen, als ich ohnehin schon hatte. Als Mike und ich nun endlich den Prüfern Michael Schmidt, Ulrich von Teubern, Henry Just und Sebastian Fawier gegenüberstanden, meinte Mike zu mir: "Ich habe einen Puls von 263!" Da war ich schon nicht mehr in der Lage zu beurteilen wie aufgeregt ich war. Wir wollten natürlich zeigen was wir können, alles umsetzen, was wir uns vorgestellt hatten und zwar gut! Dann hätten wir hinterher das Gefühl gehabt mit diesem Schwarzgurt als eine wohlverdiente Trophäe für unsere Leistung nach Hause zu gehen. In dieser Erwartung steckte bereits die erste, vielleicht sogar die eigentliche Aufgabe. Nach der ersten halben Stunde deutete sich nämlich schon an, dass es anders laufen würde. Als mein Puls das erste Mal die Richterskala nach oben verlassen hatte und meine Muskeln zitterten, wurde mir klar, dass dieser Gürtel höchstens mit mir als Trophäe aus dem Dojo gehen würde. So sehr wir etwas wollten in dieser Prüfung, so sehr hat es sich uns entzogen. So kam es, dass Mike in seiner Lieblingsform den "Großen Kranich" ein paar Mal stecken blieb oder ich beim Bruchtest fast daneben schlug. Sowohl Mike als auch ich haben zwar diese Prüfung bestanden, aber tatsächlich wollte sich das erwartete Gefühl von Erleichterung und Triumph nicht so recht einstellen. Wir sind in dieser Grenzsituation mit einer Vielzahl von Themen und Baustellen konfrontiert worden, die uns gezeigt haben, dass wir noch ganz am Anfang sind. Jeder an seinem eigenen. Mir den Gürtel umzubinden fühlte sich wie der Beginn einer "lebenslänglichen" Aufgabe an und flößte mir Demut ein. Dieser Gürtel wog und wiegt auch jetzt im Moment für mich recht schwer. Ich wollte ihn - und jetzt habe ich ihn - oder er mich. Es ist gut so - aber anders. Jetzt wo ich durch diese Tür gegangen bin, beginnt für mich die Arbeit in die Tiefe und in die Leichtigkeit. Weiter auf dem Weg zu mir und weg von Erwartungen und Vorstellungen. Mein Dank gilt allen, die dazu beigetragen haben, dass Mike und ich diese wertvolle Erfahrung machen durften. Besonders dankbar bin ich Michael und Ulrich, die uns sehr achtsam durch die Prüfung begleitet und geführt haben.

Raphael Meiwes

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 REZENSION "HANDBUCH FÜR DEN GEWITZTEN STADTKRIEGER"
 

"Als Krieger sind sie längst tot. Der Tod, diese endgültiger Grenze, dieser schreckliche Übergang in Gott weiß was, ist weiß Gott eine Illusion. Nichts passiert." Stephen Russell, oder einfach "Der Barfußdoktor", liefert mit seinem Handbuch für den gewitzten Stadtkrieger einen leichtfertigen, alltagsbezogenen Einblick in die alte Tradition des Taoismus und eine Sammlung von nützlichen Übungen. Mit einer einfachen, teilweise auch witzigen Sprache, die dem Leser einer renommierten Kulturzeitschrift vielleicht zunächst unseriös erscheinen könnte, macht er dieses Thema auch für junge Menschen zugänglich. Dabei versteht er sich darauf durch eine sprachliche Klarheit dieses durchaus seriöse Thema sehr präzise zu umfassen. Worum geht es eigentlich? Das ist bei der Erklärung des Begriffes "Tao" schon gar nicht mehr so leicht zu beantworten, denn "Taoismus gibt es eigentlich gar nicht. Er ist keine Religion. Er ist keine Institution. Er ist nicht einmal ein Ismus. Er ist eine Idee, eine Sammlung von Methoden zur Schaffung von Frieden und zur Verlängerung des Lebens. Sonst nichts." Dieser Interpretation nach folgen Abhandlungen und Übungsanleitungen zur Steigerung der Gesundheit und Ausgeglichenheit - stets mit einem positiven Blick auf die Welt. So wird kaum ein Bereich außer Acht gelassen - ob Haltung oder Zentrierung, Geld, Drogen, Angst oder Sexualität - und der Leser durch ein Spektrum von Atem-, Körper- und Energieübungen immer wieder zum bewussten, entspannten Dasein motiviert. Eher wie eine Achtsamkeitsglocke, die portioniert und immer mal wieder die Oberfläche der Unaufmerksamkeit durchbricht (und nicht als spannender Roman, der sich innerhalb einer Nacht durchwälzen lässt) bieten die 250 Seiten dieses Buches gute Anregungen, sich dem eigenen Selbst zu widmen und mit sinnvollen Übungen dem Alltagschaos zu begegnen.

Autor: Der Barfußdoktor (Stephen Russell)
Titel: Handbuch für den gewitzten Stadtkrieger. Ein spiritueller Lebensführer
Erscheinungsjahr: 1998, Neuausgabe März 2005
Rowohlt Taschenbuchverlag
ISBN 3 499 61979 2
Preis: 8,90 €

Jan Willenbacher, 22 Jahre

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 EINFÜHRUNGSKURS IN BERLIN FÄLLT AUS
 

Der geplante Einführungskurs von Barbara Kotte und Harald von Aschoff, der eigentlich am vergangenen Mittwoch hätte starten sollen, findet aus persönlichen Gründen nicht statt. Alle AnfängerInnen, SchülerInnen und InteressentinnEn sind dennoch herzlich eingeladen, zum Probetraining an einem Mittwoch abend zur geplanten Uhrzeit zu kommen, dort findet das reguläre, anfängergerechte Training von Sascha statt.

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