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 Quan Dao Newsletter 12/2007
 ÜBERBLICK
 

» KAMPFKUNST WOZU?
» QUAN DAO KAMPFKUNST - EIN WEG DES KRIEGERS?
» GELBGURTPRÜFUNG IN KASSEL
» NEUE (GÜRTEL-)FARBEN IN BERLIN
» KINDERGRUPPE IN PATTENSEN
» WEITERE QUAN DAO EVENTS




 KAMPFKUNST WOZU?
 

Der Kampf gleicht der Kunst einen Fisch zu braten...sagten die alten Kung Fu Meister und meinten damit, dass im Kampf sich Lebenskunst vollenden kann. Was sollen wir - in einer Welt, die sich im Handumdrehen wandelt, globalisiert, monopolisiert, konzentriert und die Menschen einer gnadenlosen Flexibilität unterwirft, immer noch durch Krieg und Unterwerfung Märkte aufreißt um die lebendige menschliche Arbeitskraft im materiellen Hype zu verwerten - noch miteinander kämpfen üben? Wären wir nicht besser beraten keine Energie und Kraft mehr in innere Ausrichtungen hineinzugeben, die im gegenseitigen Kämpfen Gewinn und Verlust fokussieren? Similiar Similibus? Hilft Kampfkunst wie eine homöopathische Dosis unseren Aggressionstrieb gegenüber dem Menschen und der Natur zu befrieden, wie Meister Teck einst apostrophierte? In der Kampfkunst schärfen wir uns selbst. Wir bekommen eine besondere Möglichkeit uns selbst wertzuschätzen, indem wir uns bewegen,unser Energiesystem verfeinern und nach und nach intensiver erfahren können und an uns selbst arbeiten. Bearbeiten können wir nur die Trümmer, Hürden und Hindernisse, die wir selbst verkörpern und uns den Blick verstellen für den Fluss und die Klarheit. In dem Augenblick, in dem wir unsere Quelle fokussieren, der unaufhörliche Fluss, aus dem wir geboren werden und in den wir nach kurzem Erdaufenthalt zurückkehren, beginnen wir uns zu besinnen. Wir müssen uns bewegen, um an diese Quelle zu gelangen und unsere inneren körperlichen, seelischen und geistigen Kräfte mobilisieren. An diese gelangen wir, wenn wir bereit sind uns aus alten Mustern zu lösen, mit denen wir uns selbst unterwerfen oder gelernt haben, nur mit diesen überleben zu können.Dies kann ein langer Prozess sein und variiert mit vielen Faktoren, die jeder für sich und mit anderen klären kann.Im Fluss sein, der Fluss werden, fließen... wie Wasser hölt der Kampfkünstler den Stein der Weisen und spült sich selbst hindurch. Quan Dao - auf dem Weg zur Quelle -

Dr. Michael Schmidt

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 QUAN DAO KAMPFKUNST - EIN WEG DES KRIEGERS?
 

Bushido jap. Der Weg des Kriegers ist ein Kodex, der durch dass 1899 in englischer Sprache verfasste Buch von Inazo Nitobe Bushido - the soul of Japan bekannt wurde und "...der wahrhafte Taten heilig spricht, ein Gesetz, das im Herzen geschrieben steht. .“ (Bushido. Die Seele Japans, Ausgabe von 2003, S.11; dt. Übersetzung: Guido Keller [1]) Bushido ist eine militärische Kriegstradition und hat mit der heutigen Praxis des Quan Dao nur gewisse Ursprünge und östliche Traditionen gemein. Zum Beispiel die Verbeugung oder die Anwendung von Kampftechniken. Doch diese Defintion des Bushido die auf der Wahrhaftigkeit des reinen Herzens beruht ist aus heutiger Sicht als Wertetradition interessant und auch aktuell.Wenn den Krieger die wahrhafte Tat heiligt, was ist denn eine wahrhafte Tat? Wahrhaft ist, wer die Wahrheit lebt, ausspricht und danach handelt. Wahr zu sein bedeutet aus Sicht des Quan Dao zunächst selbst zu sein. Selbst zu sein, zu sich zu stehen ist eine innere Haltung. Sie könnte so beschrieben werden: Wer bereit dazu ist und mutig, sich zu zeigen und zu verkörpern ist ein Krieger. Oder : ein Krieger ist eine Person mit der Kraft, für ihre inneren Werte und Glaubenssätze aufzustehen, ist jemand, der Hindernisse bereit ist zu überwinden und gemäß einem inneren Ideal oder Kodex handelt. Ein Krieger kämpft für schwächere, die er schützen will mit Mut, Energie und innerer Stärke...... Viele Definitionsmöglichkeiten - die der Unendlichkeit nicht gerecht werden. Ein Krieger ist der Wahrheit verpflichtet und dies bedeutet zu allererst dass er oder sie sich selbst wahr - nimmt. Dieser innere und äußere Sprung in die Fähigkeit sich selbst wahr - zu - nehmen, bereichert das Leben mit einem Male und wird es zu einem Abenteuer und der Begegnung mit dem Unbekannten werden lassen. In der Tolteken Tradition Südamerikas hat Castaneda den Krieger als einen Menschen beschrieben, der Makellosigkeit und vollkommene Aufgabe von Anhaftungen an die Welt durch erhöhte Aufmerksamkeit erreicht. Wer seine Wahrhaftigkeit lebt, wird den Krieger in sich entfalten und leben. Dazu brauchen wir einen Körper, der beweglich und flexibel ist, bereit sich zu wandeln und zu kriegen wofür er oder sie einsteht. Wer also den Weg der Quelle geht und sie verkörpert, wird einen Geist und eine Haltung entwickeln, die sich von wesentlichen nicht ablenken läßt. Er oder Sie werden ihr Leben auf die Wahr - Nehmung ihres innersten Kernes ausrichten , auf die Quelle des Lebens. Den Schwarzgurt zu erlangen und den Weg weiterzugehen bedeutet sich dieser Aufgabe zu stellen, bedeutet sich zu stellen. Sich zu stellen heißt: Selbst zu sein. Selbst zu sein bedeutet: keine Ausreden mehr, volle Verantwortung für die eigene Tat. Volle Verantwortung für sich selbst. Willkommen auf dem Weg des Kriegers zur Quelle!

Dr. Michael Schmidt

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 GELBGURTPRÜFUNG IN KASSEL
 

21. November 2007 - 10 TeilnehmerInnen - drei PrüferInnen (Deborah, Mike und Michael). Ich bin als Zuschauerin dabei. Sehe Vorfreude, leichte Nervosität, Aufwärmen, Schauen, sich anschauen, die anderen anschauen, Kribbeln. Gedanken steigen hoch: Komme ich durch die 2. Zwölf ? Wie war das nochmal mit dem linken Kreis? Egal - jetzt - geht´s los. Jetzt ! Grundübungen der Kraft. Mark führt. Viele TeilnehmerInnen sehen sehr konzentriert aus, zwei eher gelassen. Wie machen die das mit dieser Gelassenheit ? Schnelle und kurze Seitenblicke zu den drei PrüferInnen auf der Matte. Andere denken wohl eher: Schaue ich überhaupt hin - zu den Dreien auf der Matte, die mich sehen……..wirklich sehen? Mmh, bleibe lieber bei mir selbst. Andere sind bei sich, andere finden zu sich…... 1. Zwölf rechter Kreis, linker Kreis, klappt ja; aber die Gruppe ist manchmal nicht synchron. (Wieso eigentlich nicht, wenn doch eh jemand führt ?) Egal - wirbelnde Energie ist zu spüren. Die meisten Gesichter sind irgendwie verspannt. (Oh, Gott, sehe ich auch immer so verspannt aus? Ha, da ist das mit dem unsinnigen Vergleichen !) Oder ist es nur die Konzentration? Oder sind einfach ehrliche Gesichter zu sehen? Wie unterschiedlich alle wirken bei den 2. Zwölf - aber dann beim Führen und Geführtwerden: Die verschmelzen ja. Alles ist Eins…..gelöst…….entspannte Gesichter…. gefühlvoll, da vorne harte Führung, dort mal ein Lachen, schön……..die Paare……der Raum….Nehmen und Geben….Alles ist Eins…….Wie war das nochmal mit der großen Sehnsucht…..Alles ist Eins. Erdende Schweißtropfen werden beim Sparring sichtbar. Was macht eigentlich meine zehnjährige Tochter da hinten? Sie ist in ihren Bewegungen mutig. Toll. So werde ich im nächsten Training versuchen an die Übungen zu gehen, einfach mutig bei den Partnerübungen und mal sehen, was passiert. Das Zuschauen war wunderbar. Ich frage mich, ob ich Euch beim Training nur noch zusehen sollte. Das war echt toll Euch zusehen zu können, das war ein Geschenk! Danke! Die warmen und treffenden Worte des Prüferteams bei der Überreichung der Gürtel und Zertifikate bildeten einen gelungenen Abschluss. Sie schauen ja nicht nur hin, die erblicken und erkennen so viel - ja - so, so…(…….jetzt kenne ich die Perspektive des Zuschauers - mmh,mmh……..wie war das nochmal mit der Umsetzung der Anmeldung zu einer weiteren Prüfung? )

Heike Grams


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 NEUE (GÜRTEL-)FARBEN IN BERLIN
 

Alleine zum Orange-Gurt

In einer recht privaten Prüfung hat Lukas Gagel eine Woche vor der "großen" Prüfung in Berlin den Orange-Gurt erreicht. Tobias und Harald konnten als Prüfer ganz auf Lukas eingehen, da er sich der Prüfung alleine gestellt hat Vielleicht auch dadurch hat er eine wirklich gute Leistung abgelegt, so dass wir ihm gerne den neuen Gürtel überreicht haben. Herzlichen Glückwunsch an Lukas und alle anderen, die sich im November einer Prüfung gestellt haben!

Harald von Aschoff


Alles ist gut

In 2 Tagen ist Prüfung. Gelbgurt und weitere Farben. Sascha sagt, noch 2 x schlafen, Susanne sagt, das klingt wie Weihnachten. Ich sage, ich bekomme keine Luft mehr, wenn ich an die Prüfung denke. Sascha fragt, ob ich Prüfungsangst habe. Ich kann mich nicht daran erinnern, sage ich, das sei schon so lange her.

Vor 6 Wochen oder so wurde die Liste aufgehängt. Heike und Susanne, die ich im Anfängerkurs vor einem Jahr kennengelernt hatte, tragen sich sofort ein. Ich zögere noch. So richtig sattelfest fühle ich mich nicht in all den geforderten Disziplinen. Vier Bewegungsabläufe á 12 Bewegungen, plus Sparring. So erläutere ich die Aufgabe gegenüber Freunden. 36 Bewegungen in denen es gilt Kopf, Hand, Fuß jeweils unterschiedlich zu bewegen. Das finde ich, im Vergleich zum Fahrrad Fahren -Lenker festhalten und treten- unglaublich komplex. Ich trage mich mit Bleistift in die Liste ein. Angeblich, weil nur ein Bleistift zur Hand war, aber ich weiss, dass es sehr wohl symbolisch ist.

Heute vor dem Training sage ich, ich streiche mich wieder von der Liste. Im Verlauf der letzten Wochen hatte ich selbige peinlichst beobachtet. Ich wußte, es gibt viel mehr Gelbgurt Aspiranten als uns drei. Das Beunruhigende an dieser Beobachtung war, wenn sich nicht X und Y und A und B und C. eintragen (sie alle trainieren 2x die Woche, ich hingegen erst seit dem Sommercamp so oft) mein Wunsch, die Farbe zu wechseln, reichlich anmaßend anmutet.

Nun, die Liste füllt sich allmählich, 12 Willige jeglicher Coleur treten an. Ich bin aufgeregt. Ich habe Angst zu versagen, schreckliche Angst davor, durchzufallen. Im letzten Training schon fallen mir einige Formen nicht mehr ein, die ich eigentlich kann. Wie soll das erst in der Prüfung werden, frage ich mich. Bestimmte Formen kann ich nur Ansatz weise. Linker Kreis, rechter Kreis, und dann noch führen. - Au wei, denke ich mir, wie soll das werden?

Heute nach dem Training sagt Sascha, ich könne den kleinen Tiger selbständig ausführen, flüssig, Kraft voll und schnell. Mir fällt ein, daß er vor einiger Zeit die Prüfungsmodalitäten offengelegt hatte, und erinnere mich an 20% Mindestkönnen. Ich rechne schnell nach. Es sind 5 Disziplinen, das heißt, 20% entsprächen somit genau einer Form. Das klingt nach Chancen, denke ich. An die Liste und den Bleistift denke ich nicht mehr.

Zu Hause lese ich in der Zeitung einen Nachruf auf den "Opiumkönig" Chang Chi-Fu. Ich sehe sein Foto und sehe in ein freundlich lachendes Gesicht. Es strahlt maßlose Ruhe und Gelassenheit aus. Voller Zuversicht blickt "Prince Prosperous", der wohlhabende Prinz, in die Kamera. Lange schaue ich das Bild an, dann weiß ich: auch ich werde freundlich und gelassen sein. Wenn ich eine Form führen soll, die ich nicht führen kann, verbeuge ich mich freundlich vor unseren Lehrern und sage, diese Form kann ich nicht führen. Wenn ich verdeckt von der Gruppe der Prüflinge eine Form schlecht gemacht habe, die ich gut kann, äh - werde ich dann hervor treten und bitten, die Form erneut zu laufen? - äh, vielleicht nicht. Aber wenn die Prüfer befinden, ich sei nicht qualifiziert für den gelben Gurt, werde ich mich verbeugen und mich für ihr Urteil und ihre Geduld bedanken. Und es wird stimmen, und ich werde weiter lernen und weiter laufen und weiter versuchen, all die komplexen Bewegungen zu beherrschen und zu verinnerlichen. Und ich werde lernen zu stehen und zu fallen und zu kämpfen.

Ich danke meinen Lehrern Henry und Sascha, Harald und Barbara, Ines und Isa, meiner Mitschülerin Susanne, dem gesamten Quan Dao und Tina-Marie, sowie William, Len und The Economist. - Alles ist gut.

dorotea etzler, 21.11.07

Gelb: Heike Winkel, Susanne Dupré, Susanne Schwarz, Kristin Altmann, Marlen Schertler, Doro Etzler, Joanis Walter
Orange: Till Meinel
Blau: Kristin Möller, Lilli Mittendorf
Braun: Ulli Klöppel

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 KINDERGRUPPE IN PATTENSEN
 

Die Kindergruppe in Pattensen läuft jetzt 2 Jahre. Die Kinder, die dort trainieren sind zwischen 7-und 11 Jahre. Es waren immer so um die 10 Kinder; mal 2 weniger oder 1 Kind mehr. Mir hat es immer sehr viel Spaß gemacht, mich mit den Kits zu bewegen. Zu sehen, wie sie Lust und Spaß an Bewegung, Begegnung und Kontakt haben. Wie sie mit den Situationen umgehen wenn sie etwas wollen oder auch nicht wollen. Zu sehen, wie sie sich weiter entwickeln und gierig sind zu lernen. Bei all diesen Prozessen durfte ich dabei sei; ich durfte sie beobachten und davon lernen. Und auf einmal saß ich mit 18 Kinder da! Was für ein großes Geschenk. Das freut mich sehr, da ich gespiegelt bekomme, dass ich etwas geben kann, was gerne genommen wird. Die Gruppe werde ich ab Januar aufteilen.Mein Blick richtet sich darauf, eine Aufteilung in "Anfänger" und "2jahres Anfänger" vor zu nehmen. Ab September diesen Jahres läuft ein neues Angebot in Koldingen.Dieses Angebot richtet sich an Jugendliche und Erwachsene.Das Training findet immer Dienstags von 19:30-21.00 Uhr statt.Auch diese Gruppe hat schon eingige Schüler; ich freue mich auf Verstärkung. Dietmar Aichelmann Quan Dao Lehrer


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