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 Quan Dao Newsletter 02/2008
 ÜBERBLICK
 

263 Schüler + 15 Lehrer
der Grundschule An der Wiesenstraße in Salzgitter
machen jeden Tag vor dem Unterricht
"Die 12 Grundübungen der Kraft"

(bislang von Juli bis Anfang Dezember 2007)

Inhalt:
» Die Voraussetzungen
» Die Idee
» Die Bedenken
» Die Idee
» Der Beginn

» Die Fortsetzung
» Die Verlängerung
» Die Weihnachtspause
» Das Jahr 2008



 DIE VORAUSSETZUNGEN
 

Bei einer Lehrerfortbildung erhielt ich Kenntnis über "Quan Dao".

Wir sollten etwas über Führen und Folgen sowie Stärkung der Persönlichkeit lernen. Markus von Aschoff und Klaus Wiedemann waren ein tolles Team - der zweitägige Lehrgang verging wie im Flug. Wir lernten in einem Vortrag Michael Schmidt kennen und kannten zum Schluss die "12 Grundübungen der Kraft" und den "Kleinen Tiger".

Einflüsse in den Schulalltag

In meinen Klassen ( 10 bis 13 jährige )machte ich während der Unterrichtsstunde und vor Klassenarbeiten mit den Kindern einzelne Übungen aus dem ersten sechser Block zur besseren Körperzentrierung und Konzentration.

Zu der Zeit hatte ich eine extrem problematische Klasse. Fast nach jeder großen Pause waren Streits zwischen den gleichen Schülern zu schlichten. Als Lehrer muss ich immer wieder kreativ nach neuen Möglichkeiten suchen. Ich probierte aus, wie sich die Kinder in der Pause vertragen, wenn ich am Ende der Stunde die Grundübung vom "Herzzentrum" mit ihnen mache. Den Schülern erklärte ich nur den Bewegungsablauf, nannte aber nicht den Namen der Übung und sagte auch nichts über die Körperzentren. Das Ergebnis verblüffte mich: Wir hatten nur ganz selten Gesprächsbedarf über Streitereien nach einer anschließenden großen Pause.

Quan Dao - es geht weiter.

Der Kurs hatte uns so gut getan, dass von der Gruppe noch 15 Teilnehmer weitermachen wollten und wir überredeten Markus und Klaus für die Dauer eines Jahres, einmal im Monat zu einem 4stündigen freitäglichen Training. Danach konnten wir die "12 Grundübungen der Kraft" und den "Kleinen Tiger".

Markus erzählte vom Sommercamp und Interesse war geweckt. Im Jahr 2002 - im Mah Rah Zentrum - eine traumhafte Woche! Ich lernte tolle Menschen kennen und "Die 12 Grundübungen der Kraft" zu unterrichten.

Über Meditation, Groß- und Kleingruppentraining, Schwitzhütte und zusätzliche Übungseinheiten mit anderen Campmitgliedern nahm ich alle Möglichkeiten wahr, meine innere Quelle zu finden. Es war ein prägendes Erlebnis.

2003 und 2004 Sommercamp war ich mit meiner Frau zusammen in der Sportbildungsstätte Sensenstein.

Einflüsse in den Schulalltag

In den 5. und 6. Klassen, später auch in den 3. und 4.Klassen, führte ich halbjährige Arbeitsgemeinschaften mit dem Thema :"12 Grundübungen der Kraft" durch

Auf einem Fortbildungsseminar im Jahr 2006 , das mehrwöchig über ein ganzes Jahr lief, zeigte ich den dort anwesenden Schulleitern die Übungen. Wir begannen unsere Tage und die Nachmittagsveranstaltungen damit - auch zum Feierabend als Ventil wurden sie oft noch gemacht.


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 DIE IDEE
 

Als an unserer Schule die Projektwoche 2007 geplant wurde, wählten wir das Thema "Mobilität". Eine Kollegin meinte in der Dienstbesprechung, ob ich nicht mit einer Gruppe Kinder diese Übungen machen könnte. Darauf hin sagte ich, dass ich doch alle Kinder anleiten kann.

Da ich öfter Späße mache, wurde meine Bemerkung nicht so ernst genommen, aber die Kollegen wollten selbst mal ein paar Übungen mitmachen. Ich zeigte zwei Übungen bei den nächsten Dienstbesprechungen. Die Lehrerinnen und Lehrer waren zum größten Teil sehr positiv beeindruckt und neugierig geworden.

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 DIE BEDENKEN
 

Jetzt überlegte ich, wie man unsere 263 Kinder auf dem Schulgelände so unterbringen kann, dass eine sinnvolle Unterrichtung möglich wäre. Sie müssten mich alle sehen und verstehen können. Im Gespräch entschieden wir uns für eine Fläche direkt vor dem Gebäude. Meine Kolleginnen und Kollegen waren jetzt skeptisch, weil sie merkten: Der macht das tatsächlich! Wie soll das funktionieren? So viele Kinder - alle auf einmal?

Das Problem der Verständigung war zu lösen. Wir kauften für unsere Lautsprecheranlage ein Funk - Headset. Akustik dann vor Ort getestet - ok!

Frage einer Kollegin: Willst du das wirklich machen?
Eine andere: Willst du nicht mit einer Klasse anfangen oder mit einem Jahrgang?
Eine andere: Die kriegst du ja gar nicht alle ruhig!
Eine andere: Können die Kinder das auf die Entfernung überhaupt sehen?

Meine Entscheidung blieb!

Die Projektwoche begann und wir trafen uns am ersten Tag alle vor dem Unterricht auf dem Schulhof.

 
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 DER BEGINN
 

07:50 Uhr Unterrichtsbeginn

Da kommen nun 263 Schülerinnen und Schüler, 15 Lehrerinnen und Lehrer und 3 Pädagogische Mitarbeiterinnen aus drei Schulausgängen

und gucken mich an. Der Hausmeister, der vorhin die Lautsprecher mit mir rausgetragen hat und an die in einem Klassenraum stehende Verstärkeranlage angeschlossen hat, steht am Fenster und amüsiert sich. Meine Position ist direkt an der Hauswand, in der Mitte des Gebäudes.

Es war abgesprochen, dass die 1. Klassen einen inneren Kreis bilden sollen, darum herum dann die 2. Klassen und so weiter. Klappt nicht so ganz, aber die Klassen sind in Gruppen zusammen und finden einen Platz.

Alle gucken mich an. Den Headset ans Ohr geklemmt. Noch habe ich nichts gesagt. Es wird immer leiser. Ich warte. Alle sind aufgeregt - ich fühle es.

Meine ersten Worte - ganz leise und ruhig:

 "Ich möchte euch ein Geschenk machen!" Alle hören der kurzen Einführung gespannt zu. Keine Rückfragen. Die Kinder können mich also auf allen Stehpositionen gut verstehen. Gut so!

Jetzt die Quan Dao Begrüßung. Mit Fußstellung, Handhaltung und Verbeugung. Alle machen mit. Alle sind mucksmäuschenstill.

Der Übergang in den Reiterstand - Handhaltung für die erste Übung und dann die Bewegung mit Wechsel der Hände. Bei fast allen Kindern ist der Bewegungsablauf schnell nachvollzogen. Gut so!

Das Lernen des richtigen Atmens während der Übung. Das Sammeln der Energie im unteren Zentrum. Wohlfühlendes Murmeln und leises Lachen, strahlende Gesichter.

Und zum Schluss die erste Grundübung. 12 mal nacheinander mit allen 263 Schülern und 18 Erwachsenen. Immer alle gemeinsam.

Die Verabschiedungsbewegung. 20 Minuten sind vorbei - es ist 08:10 Uhr.

Ich freue mich. Einige Kinder kommen zu mir und fragen: "Machen wir morgen weiter?"

Wir lernen bis zu den Sommerferien die ersten 6 Übungen. Die 4.Klassen sind traurig, weil sie an eine neue Schule kommen - die anderen freuen sich auf den Unterrichtsbeginn nach den Sommerferien. Sie wollen die anderen Übungen kennen lernen.

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 DIE FORTSETZUNG
 

07:50 Uhr - der erste Schultag nach den Sommerferien 2007. Die neuen 2., 3. und 4. Klassen stehen mit ihren Lehrerinnen im großen Kreis mit mir auf dem Schulhof. Lautsprecheranlage aufgebaut und funktionsfähig.

Wir freuen uns - tolles Wetter - es geht wieder los.

In den nächsten Tagen lernen die Kinder die restlichen 6 Übungen. Für die 10te Übung brauchen wir mehrere Tage. Ablauf: Nach der Begrüßungs-verbeugung erkläre ich jeweils die neue Übung. Anschließend machen wir die Bisherigen und die Neue je 12 mal gemeinsam. Dann Verabschiedungsverbeugung.

Als letzte Übung der "Schritt in die Stille". Es herrscht wirklich Stille!

Wir kannten nun alle 12 Grundübungen und beschlossen über die eigentliche Zielvorstellung der Projektwoche hinaus mit dem gemeinsamen Üben fortzufahren. Zeitliches Ziel waren die Herbstferien.

Nachdem ich jeden Morgen die Übungsanweisungen laut über Headset und Verstärker gegeben hatte, sollte es von da an ohne Ansage gehen.

Führen durch Zeichen und Bewegung. Es funktionierte.

Parallel dazu:

Am ersten Samstag nach Schuljahresbeginn werden immer die neuen

1. Klassen eingeschult. Ich beschloss, nach einer kurzen Eingewöhnungszeit für die neuen Erstklässler und den zusätzlichen fünfjährigen Sprachförderkindern, separat die Ausbildung zu beginnen. Bis zu den Herbstferien konnten auch sie alles.

(Auch dieses Üben fand ohne Lautsprecheranlage statt.)



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 DIE VERLÄNGERUNG
 

Nach den Herbstferien machten wir nun mit den gesamten Schülerinnen und Schülern gemeinsam mit unseren morgendlichen Übungen weiter.

(Erlebnis: An einem Tag sang ein Schüler aus der ersten Klasse bei der Meditation "Schritt in die Stille" : "Oommm!"). Keiner ließ sich stören und keiner hat gelacht.) 

 

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 DIE WEIHNACHTSPAUSE
 

Mit der ersten Adventswoche stellten wir das Üben ein. Der Schulhof ist nicht beleuchtet und die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer wollten zu Anfang des Tages besinnliche, weihnachtliche Stimmung in ihren Klassen erzeugen.


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 DAS JAHR 2008
 

In der Gesamtkonferenz am 15.01.2008 haben die Lehrerinnen, Lehrer und Elternvertreter einstimmig beschlossen, dass wir mit den morgendlichen "Grundübungen der Kraft" weiter machen.

Zur Zeit ist es bei uns auf dem Schulhof um 07:50 Uhr noch recht dunkel. Deshalb fangen wir in diesem Jahr am Dienstag 05. Februar wieder an.

Möge die Kraft mit uns sein!

Eugen Claß


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