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Mehrere Monate sind seit dem Seminar zum "Besten Kampf" vergangen.
Und fast genau einen Monat ist es her, dass der Kongress stattfand, zu welchem
ja das Seminar hinführen sollte. Die Momente und Augenblicke über die hier geschrieben
wird sind also vergangen und verstrichen, doch irgendwas muss doch geblieben sein...
Aber was?
Zum einen natürlich Erinnerung. Vom Seminar und vom Kongress
werden bei allen Teilnehmern Erinnerungen geblieben sein. Manche werden sich an
Michaels einleitende Geschichte zum Seminar erinnern (Kain und Abel; eine gute
Einstimmung) andere, welche vielleicht nur den Kongress miterlebt haben, erinnern
sich vermutlich an einige Performances, wie Ulrichs Schlange oder an die der Gewinner
in der Kategorie Gruppenform mit ihrem Langstock- Tiger.
Zwar ist Erinnerung
zweifelsohne etwas bleibendes, jedoch nichts greifbares; sie ist ein Schatten
des Vergangen oder auch ein verblassendes Lichtbildnis. Sie ist zwar da, aber
irgendwie auch nicht. Es muss also noch etwas anderes geben, was vom Seminar und
dem Kongress geblieben ist, etwas, das mehr ist als eine "Momentaufnahme".
Am besten etwas, was noch andauert, was nachwirkt. Nun, was wirkt nach?
Das
Erlebte, das Erfahrene und die Gefühle, welche mit dem erstgenannten verknüpft
sind. Und hier bin ich an dem Punkt angelangt, wo ich nicht weiter allgemein bleiben
kann, nun muss ich persönlich werden...
Also: was erlebte, erfuhr und
fühlte ich im Zuge des Seminars zum ?Besten Kampf? und auch des Kongress? Zunächst
einmal natürlich Körperarbeit und Bewegung. Diese hatten zumindestens schon mal
den Effekt, dass ich mich an den Tagen danach eines wohligen, anerkennenden Muskelkaters
erfreute. Ferner beruhigte es den Geist. Dann erlebte ich natürlich auch eine
Gemeinschaft und fühlte mich selbst in derselben. Auch dies hatte wieder einen
entspannenden Effekt, der bis heute anhält. Da hätten wir also schon zwei Dinge
die blieben und beide sorgten letztlich für innere Ruhe und Entspannung.
Da
fragt man sich natürlich, als ein Kind unserer Zeit, wo da die Action geblieben
ist. Man braucht doch auch Spannung und Power oder nicht? Wäre doch langweilig,
wenn das Seminar und der Kongress bloß eine Wirkung wie Schlaftabletten und Baldrian
gehabt hätten...
Da beide Erlebnisse natürlich überhaupt nicht langweilig
waren, gibt es natürlich auch Bleibendes, was eher anspornt und motiviert. Namentlich
war dieses aktivierend Bleibende folgende Entdeckung, welche ich durch die Erfahrungen
im Seminar und später im Turnier machen durfte:
Die Entdeckung der Möglichkeiten
(ja, ich weiß klingt nach Möbeln, aber Einrichten und Vermöbeln sind nicht dasselbe).
Ich entdeckte das Vorhandensein von unendlichen Möglichkeiteiten: Möglichkeiten
zum Angriff, Möglichkeiten zur Abwehr, Möglichkeiten zum Warten... Möglichkeiten
über Möglichkeiten, kurz Möglichkeiten zum Handeln. Oft redet man sich ein, dass
man nichts tun könne, dass man handelungsunfähig sei oder ähnliches. Doch durch
das Seminar, aber noch mehr durch den wundervollen Kongress, glaube ich, dass
es eher so ist, dass man, wenn man sich ohnmächtig oder überfordert fühlt, einfach
viele Möglichkeiten nicht sieht. Das wird freilich nicht immer zutreffen, aber
bei den kleinen Sorgen des Lebens, wird es so sein.
Ich weiß noch wie
ich vor etwa drei Jahren, als ich mit dem Trainig begann, zum ersten Mal sparte
und wie überfordert ich damit war. Die Möglichkeiten zur Abwehr waren damals genauso
da wie heute, doch mein Auge war damals einfach noch nicht geübt darin sie zu
sehen. Vielleicht ist es diese Erkenntnis, die auch hinter der Übung "Die
Absicht schärfen und der Schritt in Stille" aus den Grundübungen der Kraft
steckt. Aber wahrscheinlicher ist, dass auch diese Interpretation nur eine von
tausend möglichen ist...
Danke für's Lesen...
liebe Grüße an euch
alle
Johannes
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